Politur Frühjahr 2003Eine Sammlung von Veranstaltungen zu Politik und Kultur in Babenhausen |
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Die Reihe wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Beachtet auch das Programm von Teil 2 oder abonniert unseren charmanten Rundrooph.
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"Wollt Ihr den totalen Krieg?"Sedar Somuncu liest Joseph GoebbelsMittwoch, 12. Februar 2003, 19.30 Uhr Offene Schule Babenhausen (Poststraße 1)
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Am 18. Februar 1943 hielt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast eine der bedeutsamsten Reden seiner Amtszeit. Berühmt und berüchtigt ist der Höhepunkt dieser Veranstaltung, als Goebbels schrie: "Wollt ihr den totalen Krieg?" Die Menge jubelte ihm frenetisch zu. Die Fördervereine der Offenen Schule und des Bachgaugymnasiums, die Kulturinitiative "Anorak", der multikulturelle Verein "Babenhausen International" und die Babenhäuser Buchhandlung "auslese" haben gemeinsam den Regisseur, Kabarettisten und Leiter des Kammerensembles Neuss nach Babenhausen eingeladen, um die Sportpalastrede "lebendig" werden zu lassen und Denkanstösse zu geben. Die fünf Kooperationspartner haben sich eine Veranstaltung gewählt, die aktueller kaum sein kann.
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Nordirland zwischen Krieg und FriedenDie Geschichte Nordirlands und der FiedensprozeßMontag, 17. Februar 2003, 19.30 Uhr Erasmus Alberus Haus
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Im Oktober 2002 reiste eine Gruppe des Bund Deutscher PfadfinderInnen in Babenhausen nach Belfast, um sich über die verfahrene Situation in Nordirland zu informieren. In Deutschland weiß man nur grob über den seit Jahrzehnten währenden Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten bescheid. Den jungen Teilnehm-erInnen der Bildungsfahrt schwirrte deswegen der Kopf vor lauter Abkürzungen, Parteien, Bildzeichen. Wer gehört zu welcher Partei, woran kann man das eindeutig erkennen? Welche Rolle spielt der Friedensprozeß? Wie arbeiten Menschen, um ihrem Land eine friedvolle Zukunft zu sichern? All die vielen Fragen, die auftauchten, wurden von freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die in Nordirland leben, beantwortet. So ergab sich ein klareres Bild eines komplizierten Sachverhalts. Die drei OrganisatorInnen der Reise, Holger Köhn, Christian Hahn und Jutta Nelißen, stellen die Situation in Nordirland, ihre Geschichte und ihre aktuellen Entwicklungen vor. Ein Vortrag in der Reihe Gott und die Welt der evangelischen Kirche Babenhausen. Eintritt frei.
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Nie wieder Faschismus - nie wieder KriegVortrag von Peter Gingold (Ex-Widerstandskämpfer)Freitag, 28. Februar 2003, 20 Uhr BDP Jugendcafé
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Peter Gingold ist 1916 in Aschaffenburg geboren. Er wuchs in einem jüdischen Elternhaus in Aschaffenburg und Frankfurt auf. 1930 begann er eine kaufmännische Lehre. Er trat der Gewerkschaft und dem kommunistischen Jugendverband bei. Ab der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 war er illegal im Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft tätig. Bei einer Razzia der SA wurde der verhaftet und war mehrere Monate im Gefängnis. Danach emigrierte er nach Frankreich. Er schloß sich dort der französischen Widerstandsbewegung, der Résistance an. 1943 wurde er in Dijon von der Gestapo verhaftet, verhört und gefoltert, dann nach Paris überstellt. Dort gelang ihm die Flucht und er beteiligte sich 1944 am Aufstand zur Befreiung von Paris. Am Ende des Krieges war er Frontbeauftragter des Widerstandes bei Partisanen in Norditalien und erlebte dort die Befreiung vom Faschismus. Im August 1945 kehrte er nach Frankreich zurück. Er ist Sprecher der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN) und des Auschwitzkomitees in Deutschland. In zahlreichen Versammlungen hat er seit Kriegsende von seinen Erfahrungen berichtet. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, vor allem junge Menschen mit seiner Botschaft zu erreichen, die sich kurz auf den Nenner bringen läßt: "Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg."
Eine Veranstaltung von Babenhausen International und dem BDP.
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Wie wir die Nazi-Zeit erlebt habenErzählcafé-Veranstaltung mit ZeitzeugenSonntag, 30.3.2003, 17 Uhr BDP Jugendcafé
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Als Gesprächspartner sollen zur Verfügung stehen: Stadtarchivarin Ria Fischer und Herr Willi Selmayr. Ria Fischer ist gebürtige Babenhäuserin. Als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, war sie acht Jahre alt. Nach der Schulzeit arbeitete sie im Rathaus von Babenhausen und war hier u.a. für das Führen des Luftalarm-Tagebuches zuständig. Sie hat sich intensiv mit der Geschichte Babenhausens beschäftigt und leitet das Stadtarchiv. Seit Jahren ist sie im Schul- und Konfirmandenunterricht eine gefragte Gesprächspartnerin, wenn es um Zeitzeugenschaft geht. Willi Selmayr war sieben Jahre alt, als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Auch er erlebte die NS-Zeit zuerst als Schüler, später als Soldat. Im damaligen Kriegsgefangenenlager Babenhausen wurde er entlassen und mußte - wie viele andere junge Menschen damals - Abschied nehmen von dem, was einem von klein auf als gut und richtig beigebracht worden ist und sich neu orientieren. Im Erzählcafé gibt es Kaffee und Kuchen aber keine langweiligen Vorträge. Zeitzeugen erzählen anschaulich von dem, was sie erlebt haben. Besonders junge Leute sind als Zuhörerinnen und Zuhörer ganz herzlich eingeladen.
Eine Veranstaltung von Babenhausen International und dem BDP.
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Fällt wg. Krankheit aus!
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"Das ist eine Krankheit ohne Namen", sagt Shlomo Venezia. In seinen Träumen sieht er noch immer die verzweifelten Gesichter der Menschen in den Gaskammern. Shlomo Venezia gehört zu dem kleinen, heute noch lebenden Kreis der Häftlinge des jüdischen Sonderkommandos in Ausschwitz-Birkenau. In den Gaskammern dieses Vernichtungslagers ermordete die SS Hunderttausende Menschen. In Gang halten mussten diese Todesfabrik jedoch hilflose Arbeitssklaven - die jüdischen Häftlinge der Sonderkommandos. Wie wurde der Massenmord in Ausschwitz-Birkenau wirklich ausgeführt? Einige der wenigen Überlebenden des Sonderkommandos geben Antwort. Sie waren - außer den Tätern - die einzigen Augenzeugen. Die SS zwang sie, die Opfer in den Auskleideräumen zu erwarten, ihnen zu helfen, damit es schnell ging. Sie mussten nach der Vergasung die Leichen zu den Öfen schleppen und verbrennen. Wer sich weigerte wurde ermordet. Doch in der Todesfabrik ging es nicht nur um Massenvernichtung, sondern auch um die Ausbeutung des Menschen bis zum Letzten. Die Sonderkommando-Häftlinge mussten den Leichen die Goldzähne ziehen und die Haare abschneiden. Kleider, Geld, Schmuck, Zahngold, Haar und sogar die Asche der Toten - all dies brachte Gewinn für die SS und den NS Staat.
Der Autor Andreas Kilian liest aus seinem Buch "Zeugen aus der Todeszone".
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